Mantrailing Übungen für zuhause
05. 11. 2024 | letzte Aktuallisierung: September 2026
Wie kann man Mantrailing am besten alleine üben? Worauf sollte ich beim trailen ohne Gruppe achten? Wie sinnvoll ist das Training alleine, ohne Gruppe?
Mantrailing macht Mensch und Hund glücklich und man möchte meist gar nicht mehr aufhören zu trailen. Insbesondere bei Anfänger Teams stellt sich oft die Frage, wie kann ich nun zuhause weiter trainieren bzw. trailen? Vielleicht gibt es in Ihre Nähe auch kein passendes Mantrailing Angebot und Sie möchten wissen, wie Sie nun zuhause mit dem trailen starten können.
Ablauf eines Trainings
In der Regel wird Mantrailing in Gruppe trainiert mit einem Trainer. Dabei suchen die Hunde abwechselnd nacheinander und warten in der Zwischenzeit im Auto. Es gibt auch andere Trainingskonzepte, bei denen die ganze Gruppe zusammen unterwegs ist. Egal wie die Abläufe in der Gruppe organisiert sind, eine Versteckperson für den Suchhund wird immer benötigt. In einer Gruppe wechselt die Rolle der Versteckperson durch und die Teilnehmer verstecken sich füreinander. Somit hat der Hund unterschiedliche Versteckpersonen und sucht nicht jedes mal die gleiche Person.
1. Übung: Leinenhandling
Gutes Leinenhandling ist ein wichtiger Bestandteil des Mantrailings – und lässt sich ganz einfach zu Hause trainieren. Diese Übung ist für den Menschen, aber der Hund profitiert enorm, wenn sich das Leinenhandling verbessert.
Für die Übung kannst du beispielsweise einen Stuhl, eine Laterne oder einen anderen festen Gegenstand verwenden. Befestige die Leine daran und übe das Aufnehmen, Nachgreifen und kontrollierte Abgeben der Leine. Dabei geht es zunächst nicht um Geschwindigkeit, sondern darum, die Bewegungen sauber und möglichst automatisch auszuführen.
Wer ohnehin mit einer Schleppleine spazieren geht, kann die Übung auch direkt mit dem Hund verbinden. Dabei soll der Hund keiner Spur folgen, sondern normal Gassi gehen. Du kannst die Situation ganz bewusst nutzen, um verschiedene Leinenlängen aufzunehmen, die Leine durch die Hände laufen zu lassen und sie kontrolliert wieder aufzunehmen. So trainierst du deine Bewegungsabläufe unabhängig von einer tatsächlichen Sucharbeit. Nutze 5 Minuten des täglichen Spaziergangs, um mit dem Leinenhandling sicher zu werden.
Der große Vorteil: Leinenhandling ist Koordinationstraining. Je öfter du die Abläufe übst, desto weniger musst du während des Trails darüber nachdenken, was deine Hände gerade machen. Dadurch kannst du dich im Training besser auf deinen Hund, seine Körpersprache und die Spur konzentrieren.
Nimm dir einfach jeden Tag ein paar Minuten Zeit. Mit regelmäßigem Üben wird der Umgang mit der Leine zunehmend selbstverständlich – und du gehst im nächsten Mantrailing-Training deutlich entspannter und routinierter mit der Leine um. So vergeht nicht erst eine Woche bis du wieder trainierst und du hast mehr Zeit die Körpersprache deines Hunde auf dem Trail zu lesen.
2. Übung: Körpersprache beobachten und analysieren
Beim Mantrailing kommuniziert dein Hund ständig mit dir – vor allem über seine Körpersprache. Je besser du deinen Hund lesen kannst, desto leichter fällt es dir später, Veränderungen während der Suche zu erkennen und richtig einzuordnen.
Deshalb lohnt es sich, bereits im Alltag ganz bewusst auf deinen Hund zu achten.
- Wie trägt er seine Rute?
- Wie verändert sich sein Gang?
- Was machen seine Ohren?
- Wie verändert sich seine Körperhaltung, wenn er sich freut, etwas Interessantes entdeckt oder einen Geruch wahrnimmt?
Besonders hilfreich ist es, die Videos deiner vergangenen Mantrailing-Trainings noch einmal in Ruhe anzuschauen. Du musst dabei nicht das komplette Training analysieren. Nimm dir einzelne Sequenzen und schaue sie dir gegebenenfalls in Zeitlupe an.
Je häufiger du deinen Hund bewusst beobachtest, desto leichter wirst du seine individuellen körpersprachlichen Signale erkennen. Mit der Zeit entwickelst du ein besseres Gefühl dafür, wann dein Hund sicher arbeitet, wann er unsicher wird oder wann sich seine Aufmerksamkeit verändert.
Ein paar Minuten bewusste Beobachtung im Alltag oder eine kurze Videoanalyse nach dem Training können bereits einen großen Unterschied machen, so kannst du im nächsten Trail schneller und sicherer auf die Signale deines Hundes zu reagieren.
3. Übung: Umweltreize
Mantrailing findet selten unter perfekten Bedingungen statt. Unterschiedliche Gerüche, Untergründe, Menschen, Verkehr und stark frequentierte Gebiete gehören zur Realität einer Suche dazu. Deshalb kannst du deinen Hund bereits im Alltag ganz nebenbei an unterschiedliche Umweltreize gewöhnen.
Gehe bewusst verschiedene Untergründe wie Asphalt, Wiese, Schotter oder Waldboden und besuche unterschiedliche Umgebungen – vom ruhigen Wohngebiet bis zum belebten Platz. Auch neue Gerüche und wechselnde Situationen bieten wertvolle Erfahrungen.
Ein Hund, der sich in seiner Umwelt souverän und sicher bewegt, kann diese Souveränität auch in die Suche mitnehmen. Je sicherer dein Hund mit unterschiedlichen Umweltreizen umgehen kann, desto leichter fällt es ihm, auch unter anspruchsvolleren Bedingungen konzentriert zu arbeiten.
Welche Übungen kann ich Zuhause machen?
- Impulskontrolle trainieren in Kombination mit Ruheübungen z.B. das entspannte warten im Auto.
- Bücher / Fachlektüre lesen. Sich selbst mehr mit dem Thema Mantrailing auseinander zusetzten hilft dabei sich im Training noch besser auf den Hund zu konzentrieren und ihn zu verstehen.
- Tagebuch bzw. Trailtagebuch schreiben. So kann man als Hundeführer besser nachvollziehen, was man selber bzw. der Hund gelernt hat oder falsch gemacht hat.
- Leinenhandling üben üben! Leine raus geben und nachfassen kann man gerade am Anfang gar nicht oft genug wiederholen. Diese Bewegungsabläufe mehrmals wöchentlich zu trainieren hilft unglaublich beim Trailtraining. Damit man sich als Hundeführer beim trailen mehr auf den Hund und die Körpersprache konzentrieren kann.
- Eine gute Hundeerziehung und damit verbundene Umweltsicherheit und Sozialisierung.
- Körpersprache des Hundes im Alltag genauer beobachten.
Katzen, Hunde, Menschen, Fahrräder & Co. – jeder Hund reagiert anders auf Umweltreize.