Was beinhaltet eine gute Mantrailing Trainer Ausbildung?
Hunde sind uns mit ihrem Geruchssinn weit überlegen. Wenn wir sie in diesem Bereich ausbilden und
trainieren möchten, sollten wir uns bestmöglich auf diese Aufgabe vorbereiten. Mantrailing ist kein wildes
Hinter-dem-Hund-Verrennen, sondern zielgerichtete, fokussierte Arbeit und ein echter Mehrwert für Mensch
und Hund, wenn es richtig aufgebaut und strukturiert wird. Das Wissen über Geruch und seine Verteilung ist
äußerst komplex – ebenso wie die unterschiedlichen Trainingsansätze und die Art und Weise, wie Trails
gelegt werden.
Trails legen
Wie plane und lege ich Trails am besten? Welche Orte eignen sich für welches Team und welchen
Trainingsstand? Welche Schwierigkeiten sollten auf dem Trail bewusst eingebaut werden? Was ist für
einen Mantrailer leicht oder schwierig?
Individuell
Mensch-Hund-Teams sind, wie im normalen Hundetraining auch, sehr unterschiedlich. Genauso individuell
sollten auch die Trails für die Hunde geplant und gelegt werden. So kann Überforderung verhindert und
eine ideale Lernumgebung für jedes Team geschaffen werden.
Geruchsverteilung
Die Geruchsverteilung ist äußerst komplex, da unterschiedlichste Faktoren die Verteilung des Geruchs
beeinflussen, unter anderem die Umgebung, das Wetter, die Thermik usw.
Theorie & Praxis
Eine gute Mantrailing-Trainer-Ausbildung vermittelt sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen. Da
Mantrailing sehr komplex ist, sollte auch ein großer theoretischer Anteil Bestandteil der Ausbildung sein.
Ein einfaches Webinar reicht nicht aus, um Mantrailing und seine verschiedenen Facetten zu verstehen.
Nachfolgend sind unterschiedliche Aspekte genannt, die unter anderem in einer guten und umfangreichen
Ausbildung enthalten sein sollten. Ein guter Mantrailing-Trainer hat seine Kenntnisse auf Grundlage einer
solchen Ausbildung erworben und nicht ausschließlich durch ein Webinar oder ein Wochenendseminar. Leider
wird Mantrailing immer häufiger von Hundetrainern angeboten, die sich nur oberflächlich mit diesem Thema
befasst haben, wodurch Hunde überfordert werden und unstrukturiert trailen.
Die theoretische Ausbildung zum Mantrailing-Trainer sollte unter anderem folgende Bereiche abdecken:
- Geruchsverteilung bei unterschiedlichen Wetterlagen, Untergründen und Thermik
- Auswahl der richtigen Mantrailing-Ausrüstung, insbesondere Geschirr und Leine
- Trainingsgebiete finden und einschätzen
- Antrailen und erste Trails legen
- Trailplanung und bewusster Einbau von Schwierigkeiten (alte Spuren, Differenzierungen etc.)
- Organisation von Gruppen
- Grenzen des Mantrailings
- Lernverhalten von Hunden
- Körpersprache des Hundes auf dem Trail
- Tierschutzaspekte (Hitze, Wartezeiten usw.)
- Rassen und ihre unterschiedlichen Verhaltensweisen beim Trailen
- Sicherheit während des Trainings
Die praktische Ausbildung zum Mantrailing-Trainer sollte unter anderem folgende Bereiche abdecken:
- Leinenhandling und der Umgang mit der Leine, insbesondere in Kreuzungen
- Coaching der Teams auf dem Trail
- Mantrailing mit dem eigenen Hund
- Kleine Gruppen und direkte Betreuung durch Mantrailing-Ausbilder
- Abwechslungsreiche Trainingsszenarien
- Videoanalyse der Trails
- Supervision in einer realen Mantrailing-Gruppe
- Umgang mit verhaltensauffälligen Hunden
Mantrailing Trainer Ausbildung: Worauf Sie bei der Wahl des richtigen Anbieters achten sollten
Der Ausbilder sollte selbst bereits über langjährige Mantrailing-Erfahrung verfügen und idealerweise auch
mit seinem eigenen Hund Prüfungen abgelegt haben (Sportprüfungen oder Einsatzprüfungen). Zwar geht es in
diesem Blogartikel primär um die Mantrailing-Trainer-Ausbildung für Familienhunde, dennoch würde ich
Einsatzerfahrung des Ausbilders sehr positiv bewerten – unabhängig davon, ob diese in der Personensuche oder
in der Tiersuche stattgefunden hat.
Es geht hierbei um die reale Anwendung des Mantrailings und auch um dessen Grenzen. Diese Erfahrung
verändert die Art und Weise des Trainings insofern, dass ehrlicher gearbeitet wird und der Fokus auf
langfristigem Erfolg sowie einem nachhaltigen und strukturierten Trainingsaufbau liegt.
Vorteile der Ausbildung zum Mantrailing Trainer
Die Ausbildung ermöglicht es dir, dein Angebot in deiner Hundeschule bzw. als Hundetrainer zu erweitern.
Durch das wachsende Interesse von Hundehaltern an Nasenarbeit und artgerechten Auslastungsmöglichkeiten ist
die Bekanntheit des Mantrailings deutlich gestiegen. Zudem haben viele Hunde nach wie vor auch im Alltag
Herausforderungen zu meistern.
Somit kannst du sowohl deinen Bestandskunden ein spannendes Zusatzangebot bieten als auch neue Kunden durch
das Mantrailing sowie eventuell benötigtes begleitendes Training gewinnen. Mantrailing ist sehr
abwechslungsreich und bietet auch dir als Trainer immer wieder neue Herausforderungen und wird dadurch nie
langweilig. Dabei kannst du stets neue Orte entdecken und deinen Kunden abwechslungsreiche und spannende
Trails legen.
Kann man vom Mantrailing als Trainer leben?
Eine fundierte Ausbildung kostet je nach Anbieter ca. 2.000–4.000 €. Deshalb stellt sich für viele
Hundetrainer und Hundeschulen die Frage, ob sich diese Ausgaben überhaupt schnell wieder refinanzieren. Eine
Mantrailing-Einheit bieten die meisten Hundeschulen für etwa 20–40 € pro Termin an. Je nachdem, wie viele
Kunden sich wöchentlich für das Mantrailing begeistern lassen, kann der geschätzte Verdienst grob berechnet
werden.
Dabei sollte auch beachtet werden, dass Mantrailing gerade in den Sommermonaten nur eingeschränkt oder gar
nicht stattfinden kann, da hohe Temperaturen für die Nasenarbeit nicht ideal sind. Mantrailing als alleinige
Einkommensquelle ist daher nur bedingt empfehlenswert, da eine hohe Abhängigkeit von einzelnen Kunden
besteht und sich saisonale Schwankungen durch Sommer, Ferienzeiten usw. stark auswirken können.
Mantrailing kann jedoch eine sehr sinnvolle Ergänzung zum Angebot deiner Hundeschule sein und sich zudem
positiv auf das übrige Hundetraining deiner Kunden auswirken. Die Hunde erhalten eine gezielte Möglichkeit,
sich kognitiv auszulasten, was die Mensch-Hund-Beziehung stärkt und sich positiv auf den Alltag auswirken
kann.
Welche Voraussetzungen braucht man für eine Mantrailing Trainer Ausbildung?
Du solltest bereits Erfahrung im Mantrailing mit deinem eigenen Hund gesammelt haben. Formale
Voraussetzungen, um mit der Ausbildung zu beginnen, gibt es in der Regel nicht. Je nach Ausbildungsangebot
kann dies jedoch variieren. Eine allgemeine Ausbildung zum Hundetrainer ist sehr vorteilhaft, da du dich
bereits mit der Materie befasst hast und Hundehalter in unterschiedlichen Situationen anleiten kannst.
Zudem benötigst du für die Tätigkeit als Mantrailing-Trainer – ebenso wie für die Tätigkeit als Hundetrainer
– eine behördliche Erlaubnis nach § 11 des Tierschutzgesetzes.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Mantrailing Trainer?
Die Dauer einer Mantrailing-Trainer-Ausbildung variiert je nach Konzept erheblich. Viele Ausbildungen
erstrecken sich über mehrere Monate bis hin zu einem Jahr. Praktische Erfahrung sollte dabei ein zentraler
Bestandteil sein. Neben Seminaren und Praxistagen sollten Teilnehmer ausreichend Zeit für eigenes Training,
Beobachtung und Nachbereitung einplanen. Dabei sollte regelmäßig das Feedback der Ausbilder einfließen.
Eine Ausbildung, die nur wenige Tage oder Wochen dauert, kann in der Regel nicht als ausreichend oder
umfassend betrachtet werden. Die Ausbildung zum professionellen Mantrailing-Trainer in einer
Rettungshundestaffel dauert hingegen mehrere Jahre und ist meist an das Ablegen der Einsatzfähigkeitsprüfung
sowie an eigene Einsatzerfahrung und zusätzliche umfangreiche Ausbildungen gekoppelt.
Sie haben Fragen?
Dann kontaktieren sie uns einfach.